Ein Kind war ich, als wir im August 1943 vor den Bomben in Hamburg zur Großmutter nach Westpreußen umzogen. Am 6. Januar 1945 wurden wir in einem Flüchtlingstreck zusammengefasst und verbrachten die meiste Zeit in Viehwagen, Wäldern, auf Feldern, auch unter Angriffen von russischen Tieffliegern.

Flöhe, Wanzen, Läuse, Krätze, manchmal ein Stück Seife von Russen geschenkt erhalten. Die waren ja nicht alle auf Väterchen Stalins Befehle hin zu Tieren verkommen. Die schöne deutsche Frau, die sich mit dem Kommandanten einer kleinen Stadt liierte, um sich vor Schändung zu retten, aber auch den Elendstreck mit ein paar Broten und Milch für die Kinder versorgen zu können. Die dann als Hure beschimpft wurde.

Schlimm der Anblick von Tataren mit ungewohnten Schlitzaugen, eingesetzt für Psychoterror, eben wegen ihres fremdartigem Außeren. Erst später erfuhr man von diesen Kriegsbefehlen, z. B. durch Lew Kopelew, der 1941 in den Krieg zog und gegen die stalinistischen Gräuel eintrat:

http://de.wikipedia.org/wiki/Lew_Sinowjewitsch_Kopelew

Was Frauen auf der Flucht unter den Blicken ihrer Kinder erlebtenm, beschreibt Solschenizyn, der ebenfalls zum Täter wurde, in seiner Dichtung “Ostpreußische Nächte” , Ort Neidenburg.

Zweiundzwanzig, Höringstraße.
Noch kein Brand, doch wüst, geplündert.
Durch die Wand gedämpft – ein Stöhnen:
Lebend find’ ich noch die Mutter.
Waren`s viel auf der Matratze?
Kompanie? Ein Zug? Was macht es!

Tochter – Kind noch, gleich getötet.
Alles schlicht nach Parole:
Nichts zu vergessen! Nichts verzeih’n!
Blut für Blut! – Und Zahn für Zahn.

Wer noch Jungfrau, wird zum Weibe,
und die Weiber – Leichen bald.
Schon vernebelt, Augen blutig,
bittet: “Töte mich, Soldat!”

Sieht nicht der getrübte Blick?
Ich gehör doch auch zu jenen!

Es ist an der Zeit, alle Grauen des Krieges aufzuzeigen, egal von welcher Seite diese Schandtaten verübt wurden. Über die deutschen Gräuel haben wir viel gelernt, aber hoffen wir doch, dass auch die deutschen, die amerikanischen, die englischen und französischen Archive endlich geöffnet und historische Forschungsarbeiten uneingeschränkt ermöglicht werden. Die russischen Archive sind seit Gorbatschow für die Forschung geöffnet.

Vielleicht kann sich der Westen dann endlich entscheiden, nicht mehr in Kriege zu ziehen, oder sich in Bürgerkriege verwickeln zu lassen.

Aus denen kommen die Terroristen dann nach Deutschland zurück. Kein Wunder dass BND und Innenminister bzw. Kriegsminister sich fürchten.

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