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Der weiße Rauch aus dem Kamin der Sixtinischen Kapelle des Vatikan hat es uns gezeigt: Habemus Papam.

Sein Name ist FRANZISKUS. Einen Papst mit diesem Namen hat es niemals zuvor gegeben, darum wird er auch den Zusatz ” I.” nicht erhalten. Erst wenn ein nachfolgender Papst sich wieder für den Namen Franziskus entscheidet, wird der den Zusatz “II.” bekommen.

Nun also Franziskus. Ein Jesuit aus der pragmatischen Seelsorge, einer der in Argentinien sein Volk begleitet hat in der durch Politiker und die kirchliche Kabale der Vergangenheit verursachten Armut in diesem an Kultur, insbesondere Musik, reichen Lande.

Franz von Assisi ist ein Heiliger der katholischen Kirche, der aus einem wohlhabenden Elternhaus kam und in jungen Jahren ein recht zügelloses Leben führte. Eines Tages packte ihn der Überdruss an diesem Lebensstil und er wandte sich den großen Fragen des Lebens und Gott zu. Er verzichtete auf jeglichen Prunk seiner Jugendtage und lebte mit seinen ersten Glaubensbrüdern in selbsterwählter Armut.

Es wird gesagt, dass um 1200 Christi Stimme zu ihm gesprochen habe:
“Franziskus, geh und baue mein Haus wieder auf, das, wie du siehst, ganz und gar in Verfall gerät.”

Dieser Aufruf Christi mag wohl den neuen Papst zu seiner Namenswahl bestimmt haben. Und aus diesem Anspruch Christi wird der neue Papst wohl auch seinen Auftrag erkannt haben. Ich hoffe für ihn und uns alle, dass er Kraft und Zeit genug haben wird, die Kirche auf ihren eigentlichen Auftrag zurückzuführen.

Das hat vor ihm eigentlich nur Johannes Paul I. versucht, aber ihm waren nur 33 Tage im Amt vergönnt.

Argentinien mit seiner wechselhaften Geschichte ist also das Herkunftsland dieses Mannes Franziskus. Es gab in Südamerika viele Gegenbewegungen zum absolutistischen Vatikan, die sich besonders in der religiösen Befreiungstheologie äußerten. Das ist manchen der Priester nicht sonderlich gut bekommen:

http://www.taz.de/!22363/

Ich erinnere mich noch gut an den Schock, den die Ermordung von Oscar Romero, dem Erzbischof von San Salvador, auslöste. Der Priester Ernesto Cardenal, ebenfalls ein Befreiungstheologe, wirkte einige Zeit mit Daniel Ortega in Nicaragua, bis der zu autoritär wurde.

Als Papst Johannes Paul II. Nicaragua besuchte, forderte er Ernesto Cardenal auf, sein Ministeramt in den Reihen der sandinistischen Regierung aufzugeben und wieder “gehorsam” der traditionellen Kirche zu dienen. Ernesto Cardenal setzte seinen Kampf für die Idee der Befreiung der Armen fort, was damals den kirchlichen und sonstigen westlichen Politikern gar nicht in den Kram passte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Befreiungstheologie

Jetzt haben wir also einen ebenfalls der Armut verpflichteten neuen Papst. Ob er die Theologie der Befreiung – nicht nur in Südamerika, sondern in der ganzen Welt – fortsetzen wird, muss man abwarten.

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Mehr zu Argentinien:

Steaks, Tango, ein wunderschönes Opernhaus in Buenos Aires. Daniel Barenboim, der berühmte Pianist und Dirigent, Che Guevara und Martha Argerich, eine der berühmten Argentinier:http://www.youtube.com/watch?v=wYfq6jM1c-8

Natürlich gehören auch die Fußballer Messi und Maradona in den Reigen.

Es gab mal eine Zeit, da fand ich den Trainer der Nationalmannschaft Argentiniens unglaublich sympathisch: César Luis Menotti, ein Kettenraucher und ein Mensch der sich für den ästhetisch schönen Fußball einsetzte. Leider zeigt keines der Fotos im Internet die elegante Haltung und Ausstrahlung dieses Mannes, dem die Frage nach der Familie der Spieler wichtiger war, als den Macho als Trainer heraushängen zu lassen.

Mordillo als Zeichner und Cartoonist, Atahualpa Yupanqui – Guitarre,
Piazzolla – Bandoneon

Peron und Evita können wir uns wohl ersparen, die kennt jeder.

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