…. Vor langer Zeit habe ich bereits aufgegeben, die Typen im Fernsehen anzuschreien.  Ich war so oft anderer Meinung, und das benötigte ein Ventil. Ich wäre sonst erstickt oder hätte zumindest Asthmaanfälle bekommen.

Bloggen hingegen ist viel gesünder.  Wenn man aus seinem Herzen keine Mördergrube macht und einfach mal seine Überzeugung darstellen möchte, bietet sich das Bloggen förmlich als Therapie an.  Es ist also völlig im Sinne der Gesunderhaltung, wenn wir unserem Ärger einen Ausweg verschaffen.

Dabei bin ich gar nicht so zynisch wie George Bernard Shaw, der einst meinte, dass die Welt übervölkert sei mit Menschen, die eigentlich gar nicht existieren sollten.   Nun ja, er war sowieso ein Verfechter der Eugenik, um die überlegene und gesunde Rasse zu stärken.  Heute wäre er vermutlich im Gefängnis  –  politically incorrect.   So ein Misanthrop!

Ein anderer Satz stimmt vermutlich auch:  Die Mutter der Dummheit ist immer schwanger.   Das erinnert mich sehr an Horst Geyers  „Über die Dummheit:  Ursachen und Wirkungen der intellektuellen Minderleistungen des Menschen“.    

Aber auf wen treffen solche Beurteilungen zu?  Ganz gewiss nicht auf die breite Masse, die seit Jahrzehnten von unseren schulischen Richtlinien dumm gehalten werden. Die können nämlich nichts für das Versagen unserer Politiker, oder waren diese nur zu erfolgreich in ihrer Absicht, den Nachwuchs dumm zu halten? 

Sozusagen den Konsumenten der Zukunft zu formen, der den Ausflug in die Kathedralen des Konsums als Ersatz für den Gottesdienst ansieht.  Kann man ja verstehen,  im Klingelbeutel der Kirchen landen nur Münzen,  im Shopping-Mall aber die Millionen, die unser Bruttosozialprodukt beflügeln. 

Sind es also unsere Politiker, die sich vom Stammtisch hochgedient haben und dabei verdummten?   Nein, nicht nur!   Die Doktorarbeit unserer geliebten Führerin ist nicht mehr auffindbar, welch ein Glück, oder?  Sind die Ausführungen  mit manchen Gauck-Akten einfach untergegangen? Wie praktisch.

Ja, Majestätsbeleidigungen gab es auch schon mal:

http://de.wikipedia.org/wiki/Aberkennung_eines_akademischen_Grades

Aufsehen erregte in den 1970ern der Fall von Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen, des Urenkels von Kaiser Wilhelms II. Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entschied 1973, Prinz von Preußen den akademischen Grad des „Dr. phil.“ zu entziehen, der von ihm 1971 erworben wurde.[2][3]

Im Fall des CDU-Politikers Andreas Kasper im Juni 2009 kam es aufgrund besonderen öffentlichen Interesses neben der Aberkennung auch zu strafrechtlichen Konsequenzen in Höhe von 9.000 Euro, wegen weiterer Plagiate noch einmal 10.000 Euro.[4][5]

Im Februar 2011 begann die Guttenberg-Affäre. Die Internetplattform GuttenPlag Wiki hatte eine Untersuchung der Doktorarbeit von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg angestoßen. Zu Guttenberg trat im März von seinen Ämtern zurück, die Uni Bayreuth erkannte ihm im Mai den Grad ab.[6] Ferner kam es zu einer Geldstrafe.

In den darauffolgenden Monaten wurden im Internet weitere Doktorarbeiten vor allem von Politikern auf der Plattform VroniPlag Wiki auf Plagiate untersucht. Dies führte beispielsweise zur Aberkennung der Doktortitel des FDP-Bundestagsabgeordneten Georgios Chatzimarkakis,[7]

der FDP-Europaabgeordneten und ehemaligen Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments Silvana Koch-Mehrin[8] und des CDU-Politikers Matthias Pröfrock.[9][10][11] 

Weitere Fälle sind Bijan Djir-Sarai (FDP) und Margarita Mathiopoulos, die im April 2012 eine Klage ankündigte.[12]

Im Februar 2013 war die Bundeswissenschaftsministerin Annette Schavan betroffen.[13][14][15]

Aberkennung auf Grund unwürdigen Verhaltens 

…..Insbesondere der Doktorgrad kann auch durch Fehlverhalten nach der Verleihung wieder entzogen werden.

Die rechtlichen Hürden für eine derartige Aberkennung sind jedoch durch die aktuelle Rechtsprechung ausgesprochen hoch; als exemplarisch gilt der Fall Jan Hendrik Schön: Dieser wurde 1998 an der Universität Konstanz promoviert.[18]

In seinen späteren Publikationen wurden Schön wiederholt Manipulationen nachgewiesen; 2004 versuchte darauf hin die Universität Konstanz den Doktorgrad zu entziehen.[19] Schön legte Widerspruch ein. Im September 2010 entschied das Verwaltungsgericht Freiburg, Schön dürfe den Grad weiterhin führen, da die Begründung der Universität für eine solche Maßnahme nicht ausreiche.[20] Die Universität ging daraufhin in Berufung; der Verwaltungsgerichtshof Mannheim stellte dabei fest, dass im „Interesse einer funktionstüchtigen Wissenschaft“ die Aberkennung zu Recht erfolgt sei.[21]

Und jetzt also Frau Schavan.  Vorher war alles viel einfacher.   Ohne Internet und eine wütende Meute, die das auch noch feststellt. Wie war das gleich noch mit der Dummheit?  Die breite Masse trägt keinen Doktortitel, findet jedoch heraus, wenn einer mogelt.  Wer ist denn da der Dumme?

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-02/schavan-doktortitel-merkel-ministerin

Politisch galt es, nach dem Krieg die „elitäre“ Erziehung unter Hitler wieder aufzuheben, die damals das Ziel hatte, durch Drill und anerzogene Überheblichkeit an der „Verbesserung“ der Erbanlagen zu arbeiten .  Und natürlich durch Auslöschung „unwerten“ Lebens, wobei wohl auf Blockwartniveau und dessen „intelligenten“  Beurteilungen entschieden wurde, ob man „nur“ kastrierte  oder  die armen Betroffenen zur Ausschlachtung den Eugenikern zu Forschungszwecken übergab. 

Dabei war der Gedanke der  Eugenik bereits vor Hitlers Zeiten salonfähig geworden.  Der ZEIT-Betrag stellt dies gut dar:

http://www.zeit.de/wissen/geschichte/2010-02/geschichte-eugenik-interview

Durch Verschlimmböserung im öffentlichen Schulsystem ist man dann leider an die Substanz der Hirnfunktionen gegangen, so dass die Menschen auf jede Verdummung durch die Medien hereinfallen. 

Amerika hat von deutschen Erfahrungen nach dem Krieg in der Aktion „Paperclip“ profitiert und diese Propagandainstrumente ständig verfeinert.   Besonders die deutschen Ingenieure und Ärzte waren damals sehr gefragt.  Ist das ein – unfreiwilliger – Beweis für die Überlegenheit der  deutschen Arier?  Waren die Amerikaner nur aus Dummheit etwas zurück geblieben?  Nein, vielleicht waren die damals nur noch nicht so ganz versaut und skrupellos. So etwas ändert sich aber rasch.

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/vor-50-jahren-lief-im-amerikanisch-besetzten-deutschland-die-jagd-auf-deutsche-wissenschaftler-die-operation–paperclip-,10810590,8994874.html

In dem Projekt „Paperclip“  waren natürlich auch andere Spezialisten aus Deutschland gefragt, z. B. Psychiater:

http://de.wikipedia.org/wiki/MKULTRA

Hier eine der bösen Überraschungen aus der wissenschaftlichen Forschung gemäß Wikipedia:

Protokoll eines tödlichen Experiments 

Der körperlich gesunde Tennislehrer Harold Blauer litt nach seiner Scheidung unter Depressionen, zu deren Behandlung er das New York State Psychiatric Institute aufgesucht hatte. Dort starb er am 8. Januar 1953, nachdem er mehrfach hohe Dosen einer synthetisch hergestellten Variante der Droge Meskalin im Rahmen von MKULTRA-Experimenten erhalten hatte.

Seine Ex-Frau erstattete nach seinem Tod Anzeige, im Verlauf des Prozesses vertuschten die Behörden die wahre Todesursache. Das folgende Protokoll[12] beschreibt den Verlauf der tödlichen Injektion, die zu einem Kreislaufkollaps und Herzversagen führte. …….Zitatende.

Amerika hat dann rasch zugelernt:  Erfolgreich waren diese Gehirnwäscher nämlich schon recht bald.  Darum schlucken wir alle auch so bereitwillig, was uns die öffentlich-rechtlichen Anstalten und die Medienbonzen vorsetzen.  Oder uns die Pharmaindustrie verschreiben lässt. Und Kriegsgründe lassen sich ebenfalls rasch inszenieren.  Große Bühnenschau von allen Seiten.

Die Medien zeigen uns zur Zeit den gewaltigen Betrug in den Fußballwettsystemen.  Wenn dann ein lebenswichtiges Spiel gegen Frankreich auf dem Plan steht, man in aller Ruhe sein Bierchen trinkt, dann vergisst man ganz schnell, dass Israel vor einigen Tagen Bomben  in Syrien abgelassen hat.  Das geschieht im Rahmen der Demokratiefindung für Syrien.  Man ist doch Gentleman genug, um zumindest eine gute Begründung für die eigenen Ungeheuerlichkeiten zu finden.  Das gilt für beide Seiten des Konflikts. 

Zurück zum Thema, warum Blogger bloggen:

Oscar Wilde meint dazu:  A true gentleman is one who is never UNintentionally rude. 

Als gentlewoman bin auch ich nicht ohne Absicht rüde in meinen Beiträgen.  Ich weiß nur nicht, wie ich sonst meine Schnappatmung vermeiden kann.  Die Wut muss einfach raus!   Und so ist es doch viel besser, als Bomben zu schmeißen, nicht wahr?

Wie sagte Heinrich Heine so schön: „ Und pack ich einst meine Spitzen aus, sie werden euch sticheln und hecheln.“ –   Der säße unter Terrorismusverdacht auch schon im Gefängnis, denke ich mir.   Aber da musste der Zorn ebenfalls ein Ventil erhalten. Verstehen wir Blogger doch alle.  Heine musste ins Exil,  wir noch nicht, oder?

http://psycnet.apa.org/index.cfm?fa=buy.optionToBuy&id=2000-13847-019

Effects of disclosure of traumatic events on illness behavior among psychiatric prison inmates. By Richards, Jane M.; Beal, Wanda E.; Seagal, Janel D.; Pennebaker, James W. Journal of Abnormal Psychology, Vol 109(1), Feb 2000, 156-160. Abstract To assess the health effects of writing about traumatic events in a clinical population, 98 psychiatric prison inmates were randomly assigned to 1 of 3 conditions in which they were asked to write about their deepest thoughts and feelings surrounding upsetting experiences (trauma writing condition), write about trivial topics (trivial writing control), or go about their daily routine without writing (no-writing control). Both writing groups wrote for 20 min per day for 3 consecutive days. Participants in the trauma condition reported experiencing more physical symptoms subsequent to the intervention relative to those in the other conditions. Despite this, controlling for prewriting infirmary visits, sex offenders in the trauma writing condition decreased their postwriting infirmary visits. These results are congruent with predictions based on stigmatization and inhibition. (PsycINFO Database Record (c) 2012 APA, all rights reserved)

Gilt das nur für Gefängnisinsassen oder bereits für eine mehr und mehr versklavte Gesellschaft?    Dann wissen wir, warum wir noch das  Internet benutzen dürfen.   Als Ventil,  als verlässliche Aggressionsabfuhr!  Man muss es täglich nutzen. Die meisten tun das auch in ihren Kommentaren,  doch das ist eigentlich nur eine ohnmächtige Anhäufung mit vielen Obszönitäten.  Vielleicht sollten wir alle mal wieder Aufsätze schreiben?  Soll die Intelligenz stärken und gesund sein.

In aller Bescheidenheit, wir sind natürlich die einzigen, die die Wahrheit und Weisheit mit der Muttermilch eingesogen haben.   Bis  man uns eines Besseren belehren kann, bleiben wir bei unserer Meinung.

Der Aberglaub’, in dem wir aufgewachsen, verliert, auch wenn wir ihn erkennen, darum doch seine Macht nicht über uns.

Sagt schon Lessing.    Also bleiben wir einfach bei  „my humble opinion“.  Und das ist die wahre Satire!  Humble sind wir nämlich nicht, nur manchmal scheinheilig. Das haben wir von unseren Medien gelernt.

Schlusswort mit einem Eintrag von Boris B:

http://scienceblogs.de/weitergen/2013/02/ist-schavan-als-ministerin-noch-tragbar/

Boris Becker spricht aus, was außerhalb des akademischen Betriebs viele denken: “Bin ich froh, dass ich keinen Doktortitel habe”. Diejenigen, die einen haben sind froh, nicht prominent zu sein, sonst ginge es Ihnen wohl auch bald an den Kragen.