Zum Abschluss meiner Erfahrungen in einem sehr großen amerikanischen Krankenhaus möchte ich die Meinungen dreier Ärzte darstellen, die selber in einem Ambulanz-Fahrzeug bzw. in zwei verschiedenen Krankenhäusern arbeiten.

Hier kommt eine weitere Schattenseite ins Spiel, die uns in Europa bislang erspart geblieben ist. Die Frage nach der Haftung !
Jeder Arzt muss nach bestem Wissen und Gewissen in seinem Beruf tätig sein. Auch sollte er für grobe Nachlässigkeit haften. Es hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten eine Selbstdarstellung der medizinischen Wissenschaft entwickelt, die über das Machbare weit hinaus geht.

Die Presse unterstützt mit idiotischen Informationen auch noch die Erwartungshaltung der Patienten und weckt damit Wünsche nach dem raschen Erfolg jeder Behandlung, die überhaupt nicht mehr realistisch sind.

Jahrzehntelanger Missbrauch des eigenen Körpers durch Drogenkonsum, egal ob legal oder illegal; immer opulentere Mahlzeiten mit genmanipuliertem oder chemisch versautem Fraß;, kalorienreiche Schlemmertouren als Norm; Bewegungsmangel von der Wiege bis zur Bahre. Superstress am Arbeitsplatz, gefährliche Sportarten, deren Verletzungen nicht privat abgesichert wurden, sondern von der Solidargemeinschaft getragen werden müssen. Transplantate für selbstverschuldete Leiden wie Alkoholismus und Drogenkonsum, die von den Ärzten ganz natürlich angeboten werden auf Wartelisten.

Die besagten drei U. S. – Ärzte erklärten, dass die Situation in der Krankenversorgung unter dem strengen Diktat der Krankenhäuser auf folgendem Hintergrund zu verstehen sei:

Die eigene menschliche Abhängigkeit vom Gehalt: Nach jahrelangem Studium der Medizin sind die “fertigen” Ärzte durch die enorm hohen Studiengebühren total verarmt und schieben einen enormen Schuldenberg vor sich her. Selbst ein persönlicher Bankrott beseitigt diese Schulden nach der Gesetzeslage nicht. Wenn man sein Geld im Kasino verzockt, darf man einen “persönlichen Bankrott” beantragen, nicht aber, wenn man sein Studium erfolgreich bestanden hat und pleite geht.

Im Alter von ca. 50 Jahren zahlt man immer noch seine Berufsausbildung ab. Hinzu kommen jedoch die Kosten für das Haus und dessen Hypotheken und die Kosten für die Schulausbildung und die Studiengebühren der eigenen Kinder. Die Haftpflichtversicherung für eine eigene Praxis kostet normalerweise etwa 28tausend bis zu 50tsd. Dollar per annum. Und so strampelt der normale Arzt in den USA sein Leben lang in diesem Hamsterrad, um nicht unterzugehen.

“Pennsylvania malpractice insurance falls in the middle with respect to average cost. Rates differ between the major insurers due to demographic and claims differences. In 2009, base rates for general surgery could be as low as $28,000 annually or as high as $50,000”.

Read more: The Average Cost for Medical Malpractice Insurance | eHow.com http://www.ehow.com/about_5514154_average-cost-medical-malpractice-insurance.html#ixzz2IF7Aw44X

Solange also Ambulance-Chaser (Rechtsanwälte, von denen es zu viele gibt) die Notfallwagen verfolgen, um irgendwie einen Schadensersatzprozess zu ergattern, werden die Versicherungsraten weiter steigen. Solange es Richter gibt, die zuzüglich zu den Schadensersatzkosten des Unfallopfers weitere Millionenbeträge als Strafe für den Arzt einfordern, nur damit ihre juristischen Freunde, die durchschnittlich 40 % von den Millionen abstauben, auch mal etwas verdienen, wird die Situation niemals besser werden.

Ärzte sind also froh, wenn sie in einem Krankenhaus arbeiten dürfen. Dort müssen sie jedoch die Vorschriften des Dienstherrn vollkommen erfüllen, damit der nicht finanziell von Schadensersatzforderungen aufgefressen wird.

Wie diese 3 Ärzte zugaben, wissen sie, dass die Patienten im Krankenhausbetrieb einem irren Stress unterworfen werden, um sich und dem Dienstherren den Rücken von Schadensersatzforderungen freizuhalten.
Jeder Blutdruckwert, jeder Fieberwert muss mit Uhrzeit dokumentiert werden, und wenn die Richtlinie besagt, dass alle 15 Minuten die Dokumentation stattfinden muss, so wird das auch eingehalten. – Und ich wunderte mich, warum man mich nicht einfach mal schlafen ließ. Jetzt weiß ich es.

Es ist das System, das so hirnrissig ist, dass man ihm einfach nicht mehr folgen sollte. Aber wie macht man das, wenn Rechtsanwälte mit ihrer Gier nach Geld auch die Patienten verlocken, Unmögliches von den Ärzten zu verlangen.

Nicht jeder Patient ist stur genug, sich dann auf eigene Verantwortung aus dem Krankenhaus zu verabschieden. Ich hatte Glück, ich lebe noch, auch wenn ich die notwendigen Medikamente erst nach einer Woche von einer noch unabhängig arbeitenden Ärztin erhielt, weil die Krankenhausärzte die nicht mehr verschreiben dürfen.

Möge uns der Himmel helfen, dass solche idiotischen Verhältnisse niemals uns Europäern aufgezwungen werden. Darum müssen die Krankenhäuser in öffentlichen Händen bleiben. – Die Kosten der Infrastruktur sind geringer, als jede Kriegsteilnahme, mit der wir unsere Freundschaft zu bestimmten Staaten durch Unterwürfigkeit beweisen.

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