Geschichte eines Krankenhausaufenthaltes
Dies ist ein Artikel über den Kampf zwischen satanischen und himmlischen Mächten. Ich weiß meine Erfahrungen im Zustand einer Sepsis mit totalem Black-Out nicht anders zu benennen.

Im Zwischenbereich dieser Mächte befand ich mich am Sonntag, dem 16. Dezember. Ich erinnere mich schwach, auf einer Bahre in einen dieser mit großem Gebrüll aufjaulenden amerikanischen Krankenwagen geschoben worden zu sein.

Mein Fieber war bei 104,3 Grad Fahrenheit angekommen. Noch während der Fahrt setzten die lebensstabilisierenden Routinen ein. Wie ich in den Emergencyroom kam, weiß ich nicht mehr. Von fern drangen die Fragen nach meinem Namen, Geburtsdatum etc. ein, die ich nicht mehr beantworten konnte. Und dann war alles schwarz, die Erinnerung war weg.

CT-Scan, Röntgenbilder, die Routineuntersuchungen habe ich nicht mehr bewusst miterlebt. Mein Mann und meine Töchter berichteten später davon. Ich aber war wohl in einer Zwischenwelt gelandet, die mir alle Kraft genommen hatte.

Nach 9 Stunden Zeitverlust hatte man mich in ein Krankenzimmer gebracht, in dessen Routine kein Mensch gesund werden kann. Aber ich war aufgewacht. Die Lebensbedrohlichkeit, die Gefahr, dass das körperliche System total zusammenbrechen konnte, wenn das Fieber nicht in erträglichere Grenzen gebracht werden konnte, war mir völlig bewußt.

40 Jahre Verbundenheit durch unsere Tätigkeit im Medizinsektor bringen viele Informationen mit sich. Und wenn man nicht total auf den Kopf gefallen ist oder ein Leben wie ein Zombie geführt hat, kann man seine eigene Todesnähe sehr real einschätzen. Dazu bedarf es noch nicht einmal eines Maya-Weltuntergangs-Szenarios.

So, da war ich also in den Fängen des “besten und teuersten” Gesundheitssystems, das auch als eines der nicht so fortschrittlichen gilt, und sollte gesund werden. Das genau kann aber nicht geschehen, wenn man in diese Art der Routine fällt.

Die Menschen sind sehr freundlich. Small talk allerorten, selbst der Nachtdienst am Schwesternpult hörte bis 2 Uhr morgens nícht auf. “He said, she said, but I told them… It was like I uhmmmm, you know – yeah sure! ” Das ging so für Stunden, aber ich konnte nicht schlafen, ich war ja immerhin ein “teurer” selbstzahlender Patient, die Glasschiebetür stand immer offen zu meinem Raum.

Wenn die Müdigkeit der Schwätzer ein wenig Ruhe brachte, kam garantiert jemand, der meinen immer normalen Blutdruck von 112 über 60, 100 über 55, unbedingt auch nachts noch alle halbe Stunde überwachen mußte. Regel des Hospitals halt.

Da stand doch glatt um 2:45 Uhr morgens ein netter Laborant da, der unbedingt ‘nen Hektoliter Blut für ganz wichtige Bluttests haben musste. Auf meine Frage, was denn mit all den anderen Blutproben geschehen ist, die ich jeden Tag aufs neue “spenden” musste, erhielt ich die Antwort, dass etwa 5 verschiedene Labors an meinem werten Gesundheitsstandard beteiligt wurden.

Ich weiß nicht, ob das nun nur europäischen Selbstzahlern so ergeht, oder ob dieser teure Schwachsinn jedem Amerikaner angetan wird, ich weiß nur, dass das außerordentlich störend ist, wenn man gesund werden will.

Die Pfleger sind größtenteils nett, aber total schlecht ausgebildet. Wie sonst kann es geschehen, dass das Krankenbett zur Behandlung auf eine Höhe von ca. 130 cm angehoben – und nicht wieder heruntergefahren wird. Auch die Seitenlehnen werden je nach Lust und Laune des Pflegepersonals hochgeklappt. Wie man da mit all den Schläuchen zum Klöchen kommen will, bevor ein Malheur passiert – keine Ahnung. Ich jedenfalls konnte es nicht.

Auch das Herunterhüpfen von ca. 100 cm erwies sich als schmerzhaft für mein krankes Bein. Die letzten beißen die Hunde – so putzten dann die unteren Chargen den Mist weg, bezogen das Bett neu. Und hier nun muss ich zwei Pfleger erwähnen, die die sprichwörtliche Extrameile gingen. Ein Mann mit dem Namen Ali – nein kein Terrorist – aber umsichtig und einfühlsam trotz der bescheuerten Situation und eine reizende junge Frau namens Derest von den Philippinen. Sie war die einzige, die mir eine sehr persönliche Körperpflege angedeihen ließ.

Völlig undenkbar, eine solche Pflege von den einheimischen Schwestern zu erhalten. Die kommentierten per Computer alle Fakten, die man später in Rechnung stellen konnte. Sie gehörten also zu den gehobenen Chargen. Sie schickten die unteren Chargen ins Krankenzimmer, wenn man klingelte, aber erst, wenn sie ihre wichtigen Aufgaben oder privaten Handygespräche beendet hatten.

Die Klingel rutschte bei den Manipulationen an der Betthöhe regelmäßig unter das Bett – unerreichbar für den Patienten. Da erfand ich in meiner Not einen Ausweg. Und das wurde zum Schlüsselerlebnis: In der Brusttasche meines Krankenhauskittels befand sich das elektronische Überwachungsgerät, an das die Elektroden der Herzüberwachung angeschlossen waren. Ja doch, technisch war man ja fortschrittlich. Oder? Ich zupfte also am Gerät die Kontakte auseinander und erwartete jetzt einen Ansturm von alarmierten Pflegern. Nichts geschah. Nicht einmal als Klingelersatz konnte man das Ding benutzen, es war ganz offensichtlich nur eine funktionslose Attrappe.

Mit der Hilfe eines der üblichen “Maintenance”-Mannes gelang es mir dann, dennoch jemanden von draußen zu bewegen, mich auf dem Gang ins Bad zu begleiten. Erst etwa 4 Stunden später kam die Head-Nurse/Oberschwester und war überrascht, dass das Überwachungsgerät nicht angeschlossen war. Hallelujah, das nenne ich leistungsfähig.

Maintenance: 5 mal am Tag kommt irgendein freundlicher, unterbezahlter Mitarbeiter vorbei.
Hi, how are you. You look so much better you must be feeling well. Yeah. Nach dem Smalltalk kontrolliert er den Bestand an Papiertüchern, der nächste kontrolliert die Anzahl der Gummihandschuhe, der nächste die Handtücher im Bad. Smalltalk – und ich will doch bloß schlafen, versteht das eigentlich keiner?

Speisekarte liegt auf dem Nachttisch. Rührei – vermutlich aus der Tütenmischung, anderes ist aus hygienischen Gründen nicht erlaubt – ungenießbar. Suppe – vielleicht das gesündeste im ganzen Menue, präpariert aus Wasser mit ein paar Gemüsestückchen und ein paar Nudeln. Kaffee – ich war noch nie eine Kaffeetante, man kann mir da also nichts Schlimmes antun. Aber ich bin ja nicht da, um delikat zu essen. Ich bin ein sehr verständnisvoller Mensch, und der Hunger war nicht mein Problem. Ich wollte gesund werden. Und endlich schlafen.

Zweimal meine nette Ärztin gesehen. Reizend, nichts Neues. Leitender Arzt mit Assistent – sehr nett – nichts Neues. Patient heißt auf gut Deutsch “geduldig”. Nur ich wurde immer schwächer. Noch nicht einmal zum Ärger reichte es mehr. Patient halt. Zombiesituation.

Draußen hinter der offenen Tür sah ich Menschen kommen und gehen. Besorgte Enkel auf der Suche nach dem Großvater. Den hatte ich die ganze Nacht schreien und stöhnen gehört. Er tat mir leid, keiner konnte ihm helfen. Moderne Medizin. Seine Medikamente wurden sicher dem Computer für die Rechnungstellung Tablette für Tablette sorgfältig eingetippt. Der alte Mann hatte von Herzen mein Mitgefühl.

Wenn einer eine Reise tut und aus dem Zwischenreich zurückkehrt, hat er noch andere Dinge zu berichten.

Auf einem meiner Gänge zum Bad war mir der Dreck aufgefallen. Bakterienwachstum vom Feinsten. Ein Krankenhaushygieniker müßte eigentlich seine Freude haben. Besonders unterhalb des Waschbeckens waren viele schwarze Stellen, über die vermutlich bereits hunderte Male der Einheitslappen den Dreck neu angeordnet hatte. ….Mein Handy – Accu leer. Also mein Tablet zur Bestandsaufnahme dieses Skandals.

Und da hörte ich das kleine erbarmungswürdige innere Stimmchen, das von mir übrig war: Hilf mir — hilf mir! Der Adrenalinstoß war gewaltig. Ich war endlich richtig wütend. Mir war klar, dass der eingeschlagene Weg mir nicht helfen konnte. Ich musste raus aus dem Hospital – sofort.

Ich teilte das der Head-Nurse mit. Oberarzt, japanischer Assistenzarzt und die kleine Ärztin – residential vermutlich – kamen und versuchten mich zu beruhigen.

Zunächst bat ich die Ärzte, die Tür zum Bad aufzumachen. Sie schauten mich fragend an. Ich fragte sie nach dem Hygiene-Officer des Hospitals. So etwas war ihnen neu, aber den Dreck konnten sie nicht mehr länger ignorieren.

Erst dann war ich bereit, ihren Beteuerungen zuzuhören, dass sie alles getan hatten, was in ihrer Möglichkeit war. Unterschreibe ich gerne. Aber wo waren die Alternativen. Ja, man werde die Bluttests machen, um festzustellen, wie die Werte für die Bakterienbelastung waren. Ich sollte auf den Spezialisten für infectious disease warten. Ich gab ihnen 30 Minuten Zeit, ihn herbeizuholen, anderenfalls ich das Krankenhaus verlassen würde. Sie sollten die entsprechenden Papiere zur Unterzeichnung vorbereiten.

Mein Mann, der inzwischen im Krankenhaus angekommen war, und ich harrten fast 2 Stunden lang der Dinge, die da kommen sollten. Nichts geschah. Die Head-Nurse war weg, Maintainance kam, um mit dem Einheitslappen auch die Reste von meinen früheren Durchfallspuren gleichmäßig zu verteilen.

Alles in Ordnung. Ich bin gespannt auf die Totalrechnung.

Alles in Ordnung? Hollywood zeigt uns immer gerne den dankbaren Patienten, wenn er mit dem Rollstuhl bis an den Straßenrand gebracht wird. Nur einen Rollstuhl hatte man für mich nicht mehr vorgesehen. “Unehrenhaft entlassen” bestenfalls. Mein Mann holte unseren eigenen aus dem Mietwagen. Die Klebereste von den Elektroden entfernen? Fehlanzeige. Inkompetenz kann man nicht besser darstellen. Herzlosigkeit jedoch kann man so beweisen. Ein System, das seine Patienten im Regen stehen läßt.

Ich bat um einen lückenlosen elektronischen Nachweis dessen, was im Computer über die Behandlung angezeigt wurde. Für meinen Arzt daheim. – Auch sämtliche Laborwerte will ich sehen. Alle. Sie müssen mir ihre Normalbereiche mitliefern, die Interpretation ist für uns ein Leichtes. Das war Jahrzehntelang unser Brot und Butter.

Was hier klingt wie eine Humoresque, ist die bittere Wirklichkeit für die Patienten in Amerika. Nur wissen viele, zum Zombie herabgewürdigte Menschen sich nicht mehr zu wehren. Und ich hoffe, dass das deutsche Klinikwesen nicht dem amerikanischen total verfallen ist. Leute, erhebt Euch. Schaut der Wahrheit ins Gesicht. Seid dankbar für die Technik, die Euch retten kann, aber nehmt nicht alles kritiklos hin.

Es gibt diese innere Stimme, die uns warnt, wenn jemand uns in die falsche Richtung führt. Nennt es Schutzengel, nennt es Mutter Natur, nur hört hin.

Die Erkenntnis über die dunklen Mächte, die sich im Wettstreit um die Vorherrschaft über die Menschen befinden, wurde mir im Zwischenreich sehr klar.

Bedeutet uns Weihnachten wirklich nur Lichterglanz, Geschenke, hohles Vergnügen, das wir mit Weihe verwechseln, Postkarten im kitschigen Glitterlook? Da war doch noch etwas ganz anderes, das man nur in der Stille entdecken kann.

Ich liege jetzt also unbehandelt zu Hause. Das ist mein freier Wille, niemand hat Schuld, wenn ich diesen Kampf nicht überstehen kann. Ich hoffe auf die Gnade Gottes und dass er meine tiefempfunden Beweggründe in seiner Gnade anerkennt.

Nachtrag:

Ich bin sehr dankbar für das, was ärztliche Kunst für mich getan hat. Ich möchte nicht, dass diese Dankbarkeit vergessen wird. Aber das Hospitalsystem ist eine Zumutung. So etwas habe ich noch nie in Europa erlebt, und ich hoffe, dass unser letztes bisschen Anstand nicht auch noch für die Privatindustrie, die inzwischen alles in ihre Klauen genommen hat, auf der Strecke bleibt.

Als das Fieber erneut rasant anstieg, habe ich mich selber entlassen, und ich bin froh darüber. Mit Hilfe von MMS – Miracle Mineral Solution by Jim Humble, war das Fieber sofort runter auf 37 C und ist jetzt gerade auf 36,8 C.

Da ich wusste, dass meine Blutplättchen nicht ausreichend hoch sind, hatte ich gleich im ersten lichten Moment, die Blutverdünnerspritze abgelehnt. Die Schwester ist jetzt noch beleidigt. Erst als ich sie zum Arzt schickte, hat sie mir das Rattengift der Blutverdünner erspart. Als ich später überall Einblutungen unter der Haut und blaue Flecken hatte, glaubte man mir wohl auch das.

Test? Das weiß ich nicht. Ich werde demnächst die Testergebnisse – hoffentlich – erhalten.

Ich will diesen Teil 1 nicht schließen, ohne positive Dinge zu erklären, die mir erst bewusst wurden, nachdem meine Familie erzählte, wie Krankenwagen und Feuerwehrauto zusammenarbeiten. Sie waren in nur 3 Minuten vor Ort.

Man hatte für die Krankenbahre eine Schiene auf der Treppe verlegt, so dass die Bahre mühelos mit einem liegenden Patienten hinabgefahren werden konnte. Auch sind ein paar starke Feuerwehrleute sicherlich gut einsetzbar, wenn man kein Leichtgewicht ist.

Die stabilisierenden ärztlichen Vorsorgen werden auf höchstem technischen Niveau sofort angewendet. Die Ärztin im Krankenwagen, die ich nicht bewußt miterlebte, wurde mir von der Familie als unglaublich effektiv und organisiert geschildert. Das Wissen der mitfahrenden Familienangehörigen half, eine erste Anamnese zu erstellen. Die Notaufnahme des Krankenhauses ist bereits informiert, wenn der Patient eintrifft, und kann lebenserhaltende Maßnahmen lückenlos weiterführen.

Für all dies bin ich sehr dankbar. Der Kummer geht also erst in der Routine am Krankenbett los mit der Unwilligkeit der Ärzte, dem Patienten und dessen eigenen Erfahrungen zuzuhören.

Nach den fleischfressenden Bakterien vor 11 Jahren, habe ich solche Entzündungen immer mal wieder bewältigen müssen. Rechtzeitig eingesetzt, hat mir MMS geholfen, nur diesmal bin ich gar nicht auf die Idee gekommen. Dumm gelaufen.

Siehe auch Teil II im nächsten Eintrag.

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