Heute antwortete ich meinem neuen Blogfreund PolitikKritik sozusagen als Begrüßung mit gleich 3 Kommentaren.

Zunächst zu seinem angestrebten wöchentlichen Beitrag:

Ich bin immer wieder begeistert, wenn junge Menschen wie Sie ihren Weg suchen. Ihre Interessen liegen, wie Ihr Name verrät, in der Politikkritik und, wenn mich nicht alles täuscht, auf dem Gebiet der Volkswirtschaft. Studieren Sie VWL?

In diesem Fall würde ich vorschlagen, dass Sie sich nach Studienabschluss im öffentlichen Dienst in einer Stabsfunktion weiterbilden. Eine wohlfundierte Kritik ist nicht so leicht von den Politikern beiseite zu schieben.

Hoffentlich erarbeiten Sie die Fakten redlich, mit denen Sie Ihre Kritik untermauern. Es gehört nicht Trotz dazu, sondern erarbeitetes Wissen, wenn wir die Politiker zum Wohl der Bürger zu effizienter Arbeit auffordern.

Also bitte nicht nur wöchentlichen Senf abliefern, sondern gut recherchierte Fakten, frei von persönlichem Bauchgefühl. Beweise, an denen keiner vorbeikommt. Aber auch das akribisch erarbeitete “Sowohl-Als Auch”, damit Sie andere Menschen auf Ihrem Gedankenweg mitnehmen können.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in ihrem Blog.

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Dann gleich mit zwei Kommentaren zum Thema:

Jean-Claude Juncker geht, was nun?

“Selbst die Amerikaner, wirkliche Neoliberalisten haben schon mehrmals auf den sogenannten Keynesianismus gesetzt und damit große Erfolge erzielt. ”

Gehen wir also wieder auf das Spiel zwischen Hayek und Keynes ein? Das Gemetzel ist fast 100 Jahre alt, inzwischen haben wir die Globalisierung auszuhalten. Ich bin zu alt, um noch die Eckdaten alle zu verfolgen. Da halte ich es sehr mit Mises und seinen festen Wechselkursen – goldgestützt. Nennen Sie es meinetwegen Altersstarrsinn oder Gedankenschwäche.

http://www.marketoracle.co.uk/Article35307.html

“The gold standard put a check on governmental plans for easy money. It was impossible to indulge in credit expansion and yet cling to the gold parity permanently fixed by law. Governments had to choose between the gold standard and their — in the long run disastrous — policy of credit expansion.

The gold standard did not collapse. The governments destroyed it. It was incompatible with etatism as was free trade. The various governments went off the gold standard because they were eager to make domestic prices and wages rise above the world market level, and because they wanted to stimulate exports and to hinder imports. Stability of foreign exchange rates was in their eyes a mischief, not a blessing. Such is the essence of the monetary teachings of Lord Keynes. The Keynesian School passionately advocates instability of foreign exchange rates “

Mises wollte also feste Wechselkurse und verteidigte die Goldwährung bzw. deren Wiedereinführung, um die Beschleunigung der Kreditgewährung aufzuhalten. Nach beiden Seiten hin.

Nach der Verschuldung der öffentlichen Hand (Keynes) zur Anregung der staatlich kontrollierten Nachfragesteigerung, der ich auch einmal vor 40 Jahren überzeugt zustimmte, schaute ich mir Hayeks Theorien nach dem wirtschaftlichen Crash der letzten Dekade  nochmals näher an.  Hayeks Theorien sehen sehr statisch aus, aber vielleicht wären wir langsamer in die wirtschaftliche Problemzone gerutscht.

Obwohl ich nun wiederum nicht mehr an die Selbstheilungskräfte des Kapitalismus ohne Regierungseinfluss von unseren doch recht müde gewordenen Politikern glauben mag, wünsche ich mir, dass ein dritter Ansatz gefunden wird. Vielleicht erklären Sie uns den modernen österreichischen Weg ohne bzw. nach  Hayek?

Dafür seid Ihr jungen Menschen da!

Ich kenne mich nicht mehr aus in diesen Dingen, vielleicht wird der dritte Weg bereits diskutiert und ist mir nur nicht bekannt.

Offenbar passen die alten volkswirtschaftlichen Modelle, die jetzt wieder heftig diskutiert werden, nicht mehr in unsere globalisierte Welt. Die Kräfte der Globalisierung sind mit einem wirtschaftlichen Tsunami zu vergleichen. Um den zu steuern, braucht es neuer Werkzeuge.

Sie fragten mich, was Sie für Ihren Blog tun können, um ihn für die Leser interessant zu gestalten. Versuchen Sie doch mal, die Keynes-Hayek-Mises-Diskussion klar in ihren Punkten herauszuarbeiten. Vielleicht finden Sie als Antwort eine ganz neue Form der Nationalökonomie.

Thinking Out of the Box!

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Sie sehen, ich nehme sie beim Wort, denn meine Erwartungshaltung an junge Menschen ist groß. Sie bestimmen in einigen Jahren unsere Zukunft. Hier noch mehr über Ludwig von Mises’ Gedanken zum Gelde.

In his monetary theory, Mises revived the long forgotten British Currency School principle, prominent until the 1850s, that society does not at all benefit from any increase in the money supply, that increased money and bank credit only causes inflation and business cycles, and that therefore government policy should maintain the equivalent of a 100 percent gold standard.

Mises added to this insight the elements of his business cycle theory: that credit expansion by the banks, in addition to causing inflation, makes depressions inevitable by causing “malinvestment,” i.e. by inducing businessmen to overinvest in “higher orders” of capital goods (machine tools, construction, etc.) and to underinvest in consumer goods.

The problem is that inflationary bank credit, when loaned to business, masquerades as pseudo-savings, and makes businessmen believe that there are more savings available to invest in capital goods production than consumers are genuinely willing to save. Hence, an inflationary boom requires a recession which becomes a painful but necessary process by which the market liquidates unsound investments and reestablishes the investment and production structure that best satisfies consumer preferences and demands.

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Ein öffentliches Lehramt hat Mises nach seiner Emigration in die USA nicht erhalten, dennoch haben sich seine Lehren in seiner privaten Lehranstalt erhalten.  Als “Libertarian” waren seine Ansichten in den USA nicht erwünscht.  –  Noch heute hat die Libertarian Party der USA keine Wahlchancen.  Der Republikaner Ron Paul könnte wohl mit seiner Einstellung auch ein Mitglied dieser Denkrichtung sein,  ist aber Mitglied der Republikaner.

Ludwig von Mises galt seinen Kritikern als zu starrköpfig.  Schade, dass die Parteienlandschaften immer in die Extreme gehen und nicht einen Konsenz suchen, um aus den unterschiedlichen Meinungen das Positive zu vereinen.  Vielleicht werde ich mit zunehmendem Alter auch nur zu milde.

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