In diesem Jahr zu Weihnachten verschenke ich einfache Lesetabletts, die ich auch per Wi-Fi für die künftigen jungen Leser vorbereite.  Aber weil meine Computerkenntnisse mich häufig im Stich lassen, hatte ich von Amazon probeweise eines der kostenfreien Exemplare (für 0,00 EURO) heruntergeladen.  Es war ein Marlitt-Roman. Ganz viel Herz, Schmerz, hochgewachsene edle Mannsbilder, schöne Frauen –  ja es entsprach ganz der Idylle der “Gartenlaube” von annodazumal.

http://www.amazon.de/Reichsgr%C3%A4fin-Gisela-ebook/dp/B004W9CSBY/ref=sr_1_1?s=digital-text&ie=UTF8&qid=1353525532&sr=1-1#_

Zu meiner großen Überraschung fand ich in all der Idylle jedoch auch die Töne aufstrebenden Bürgertums in der damaligen adeligen Feudalwelt und weibliche Emanzipationsgedanken. Hier zunächst der Lebensweg der Marlitt:

http://de.wikipedia.org/wiki/E._Marlitt

……… Und jetzt einige Auszüge aus dem Roman, die ihr kritisches Verhältnis zur vorgefundenen Gesellschaftsform darstellen:

Alle Gefühle des jungen Mädchens   (Jutta, die böse Antagonistin zu Gisela)  empörten sich gegen die Mutter; es fiel ihr nicht ein, zu erwägen, inwiefern die leidenschaftliche alte Frau in ihrem Rechte sein könne – für gewisse Naturen sind die Mächtigen stets in ihrem Recht, sie bekämpfen jede Auflehnung dagegen meist mit Erbitterung als das Unrecht, und daß die Naturen in der Mehrzahl sind, beweist uns die Weltgeschichte schlagend in der oft bis zur äußersten Grenze gehenden Duldsamkeit der Völker.

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (p. 41).  . Kindle Edition.

Da seht, welch elender Schein  der Nimbus des Namens ist, wenn der Besitz fehlt!    – ein willkommener Beleg für die moderne Anschauungsweise, die einen Stein nach dem anderen aus dem Fundament der Aristokratie reißt!

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (p. 43).  . Kindle Edition.

Hier sah man freilich nicht ein einziges jener graubemoosten Zeichen, wie sie in aristokratischen Familiengrüften mit steinerner Zunge reden von ewigen Vorrechten und unübersteiglichen Schranken zwischen den Menschenkindern.

Ganz entgegengesetzt dem Zwecke dieses Bilderschmuckes, der selbst angesichts der zerfallenen Erdenherrlichkeit noch Ehrfurcht für das moderne Geschlecht erzwingen will, denken wir nur daran, daß die armen Seelen unverhüllt und maskenlos in Gottes Hand zurückkehren mußten, in der sie anders wiegen als auf dem kleinen Erdenball, wo die Mitwelt götzendienerisch genug ist, weltlichen Besitz und ein Wappenschild in die Wagschale zu werfen...

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (p. 45).  . Kindle Edition.

Wie der große Versöhnungsgedanke des Gekreuzigten sich breitet über jenes zerklüftete Schöpfungswerk, das wir die Menschheit nennen…

Und diese Menschheit? Sie schärft seine milden Worte zu Schwertern, mit denen sie sich selbst zerfleischt. Der Baalsglaube macht jenen Stern des Heils, den einst die Hirten über der kleinen Erde aufgehen sahen, zum stummen Götzen und verfolgt den lebendigen Geist, der von ihm ausgegossen, mit blindem Vandaleneifer – umsonst, er leuchtet! Und mit seinem mächtigen Wort: »Es werde Licht!« hat Gott selbst gewollt, daß die Nacht nie mehr »die Herrschende« werde!

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (p. 61).  . Kindle Edition.

Respekt!  – dazu will ich mehr!… Ich kann’s eben nicht fassen, daß erwachsene Leute um ein Kind herumscharwenzeln, seine Launen ertragen und sein kindisches, unreifes Tun und Wesen am liebsten für pure Weisheit ausgeben möchten, bloß weil es hochgeboren ist – da hat mein lieber Mann doch ganz recht, wenn er sagt, in solchen Fällen würde allemal die menschliche Würde mit Füßen getreten…

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (p. 67).  . Kindle Edition.

»Sein tägliches Brot wird ja wohl ein jeder finden«,  entgegnete die Pfarrerin vollkommen ruhig. »Meine Kleinen werden in Gottesfurcht streng zu Fleiß und Tätigkeit angehalten – und dann mag’s kommen, wie’s will! Lieber ist mir’s doch, wenn sie schlecht und recht von ihrer Hände Arbeit leben, als daß ich dereinst denken müßte, sie hätten sich durch Kriecherei und Heuchelei fette Stellen erschlichen

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (p. 68).  . Kindle Edition.

Das war also der Hofkreis, der Inbegriff der hochgeborenen Menschen im Lande und unter ihnen der Mächtige, der die höchste Weisheit hinter der Stirne, die größte Selbstbeherrschung in der Seele tragen mußte;

….. Die Natur hatte mit jenem höchsten Gesetz nicht Schritt gehalten – sie hatte die Herrschermacht mit einer unscheinbaren Hülle umkleidet; die Bilder in Frau von Herbecks Zimmer logen, sie hauchten den Glanz hoher Geisteswürde und Majestät um das schmale Gesicht, das nur Freundlichkeit in seinen matten Augen hatte… Und um einen Schimmer dieser Augen zu erhaschen, würde Frau von Herbeck stundenweit gelaufen sein;

Welche Enttäuschung!… Jener Kreis dort war nur exklusiv durch die streng festgehaltenen Gesetze der Etikette, nicht aber durch irgendeinen Stempel äußerer Bevorzugung – eine Landpartie gewöhnlicher Sterblicher unterschied sich in nichts von jenem Miniaturbild auf der Wiese.

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (pp. 213-214).  . Kindle Edition.

War sie (Frau von Herbeck)  ein bedeutender Geist, der neue Ideen in die Weltanschauung warf? Förderte sie in irgendeiner Weise das allgemeine Menschenwohl?   War sie eines jener gottbegnadeten Wesen, denen das Talent in überwältigender Macht verliehen war? Das Gegenteil von alledem. Sie verabscheute die bedeutenden Geister mit neuen Ideen als revolutionär, und ihr eigener Gedankengang war ein beschränkter, in der Bahn engherziger Gesetze kreisender – sie rührte keinen Finger für das allgemeine Menschenwohl   und begnügte sich, in ihrem stumpfen Gebete Gottes Gnade für die frommen Lämmer, die Gläubigen, und seinen Fluch, sein Strafgericht auf die Häupter der Gottlosen zu erflehen – sie bezeichnete die Ausübung der Zünfte als »nicht passend« für hochgeborene Leute – alles in allem verlangte sie die sklavische Unterwerfung anderer Menschenkinder gegenüber ihrer Person, einzig um der Tatsache willen, weil die Eltern, von denen sie stammte, das »von« vor ihren Namen setzen durften.

Mit welch überraschender Schnelligkeit entwickelte sich die Urteilsschärfe dieses jungen, unterdrückten und vernachlässigten Menschengeistes unter dem befruchtenden Einfluß der Humanität!

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (p. 221).  . Kindle Edition.

Während eines Brandes werden die Häuser der  Tagelöhner zerstört.

»Die neuen Häuser der Neuenfelder Arbeiter, die Sie, mein Herr, gebaut haben, liegen auf der entgegengesetzten Seite des Dorfes – die Häuserreihe der Taglöhner brennt, die auf dem Gute arbeiten –«

»O weh, das sind Schindeldächer –« »Und armselige, verwitterte Lehmwände, und die zerbrochenen Fensterscheiben sind mit Papier verklebt –« Oliveira sah überrascht auf – das klang schneidend aus dem Mädchenmunde.

»Und drin leben Menschen, die für uns arbeiten müssen – als Dank für diese Anstrengungen mißachten wir sie. Wir essen das Brot, das sie bauen, und sehen zu, wie sie selbst hungern;  wir machen uns weis, sie seien zum Elend geboren, sie seien ein Etwas, das mit uns nicht verglichen  werden könne, sie seien geistig nichtige Geschöpfe, und doch verlangen wir von ihnen dasselbe Verständnis des höchsten Wesens und seiner Gebote, wie wir es haben, und wenn sie sterben, verheißt ihnen der liebe Gott dasselbe Himmelreich wie uns. Wenn dort ihre Seelen uns ebenbürtig sind, warum auf Erden nicht?… Ich weiß, daß wir grausame Egoisten sind, aber ich weiß es erst seit kurzem –«

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (pp. 221-222).   Kindle Edition.

Ich will dir sagen, wie ich über das Kloster denke!… Hat sich je der Mensch von Gott und der klaren Vernunft weit verirrt, so ist es in dem Augenblick gewesen, da er das Kloster erfunden hat! Es ist Wahnsinn, eine Anzahl Menschen in ein Haus zusammenzustecken, um Gott zu dienen!… Sie dienen ihm nicht, sie verdrehen seine Absichten, denn sie lassen die Kräfte in Nichtstun verwelken, die ihnen zur Arbeit gegeben sind.    Sie schlagen das Pfund tot, das er ihnen hinter die Stirn gelegt hat, und je weniger sie denken, desto hochmütiger sind sie und halten ihre Stumpfheit für Heiligkeit.

Sie arbeiten nicht, sie denken nicht, sie nehmen von der Welt und geben ihr nichts zurück – sie sind ein isolierter, unnützer, träger Menschenhaufen, der sich von den Arbeitsamen füttern läßt…«

Der Minister stand auf; sein Gesicht war fahl wie das einer Leiche. Er ergriff den Arm des jungen Mädchens und bog ihn nieder. »Besinne dich, Gisela, und bedenke, was du lästerst! Es sind geheiligte Institutionen –

« Wer hat sie geheiligt? Die Menschen selbst… Gott hat nicht gesagt, als er den Menschen schuf: Verstecke dich hinter Steinen und verachte alles, was ich der Welt Schönes und Herrliches gegeben habe.«

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (pp. 258-259).  . Kindle Edition.

»Sie haben gestern auf dem Heimweg von Greinsfeld behauptet, ein frommer Feldherr sei eine Widersinnigkeit?«

»Ei, war der Ausspruch so interessant, daß ihn bereits die Damen des Hofes wissen?… Ich habe gesagt, meine Dame, daß mich das beständige Zitieren des Namens und der Gnade Gottes im Munde eines Soldaten, der mit Lust und Liebe Soldat sei, anwidere.

Das Sinnen auf Mord und Totschlag der Menschen, und wiederum die inbrünstige Hingebung an den, der jeden dieser Hingeschlachteten als Vater liebe, seien für mich unvereinbar, es käme dabei nur ein drittes heraus: die Frömmelei… Und was weiter?«

»Was weiter?   Aber ums Himmels willen, wissen Sie denn nicht, daß der Fürst mit Leib und Seele Soldat ist, daß er am liebsten alle seine Landeskinder uniformiert?«

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (p. 266).  . Kindle Edition.

Hier ein Wort darüber, wie Hofschranzen Fürsten beeinflussen.  Kennen wir doch auch aus der gegenwärtigen Politik !   Die kann auch nichts mehr tun, ohne ein weiteres Gutachten oder gar einen Gesetzentwurf der Industrie mit großem Getöse zu verkünden.

»Sie kennen, wie ich sehe, die Eigentümlichkeiten des Allerhöchsten Herrn so gut wie ich«, fuhr sie nach einem sekundenlangen Schweigen fort. »Es ist deshalb wohl eigentlich überflüssig, Ihnen zu sagen, daß er nichts tut, ja fast nicht denkt ohne den Mann mit dem Marmorgesicht und den schlaffen Augenlidern – Sie werden wissen, daß es unmöglich ist, zu seiner Person zu dringen, wenn es dieser Mann nicht will – aber neu ist es Ihnen doch vielleicht, daß dieser Ihre Audienz bei dem Fürsten nicht will… Sie haben nur noch heute Gelegenheit, den Fürsten von Angesicht zu  Angesicht zu sehen – benutzen Sie die Zeit!…«

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (p. 267).  . Kindle Edition.

Welch schwacher Charakter dem Fürsten dieser Erzählung gemein ist, wird hier zum Ausdruck gebracht:

Aus den Zügen des Fürsten war allmählich der harmlose Ausdruck verschwunden. Seine Augen sahen forschend und mißtrauisch nach dem Manne hinüber, der, dort an der Buche lehnend, so ruhig, aber auch so entschlossen die Arme über der Brust kreuzte und den flammenden Blick fest auf das durchlauchtigste Antlitz gerichtet hielt – er schien ihm unheimlich zu werden… Wie alle schwachen Charaktere, denen der Zufall eine hohe Lebensstellung eingeräumt hatte, war er sehr geneigt, das entschiedene, sichere Auftreten fester Männlichkeit als Mangel an Willfährigkeit zu beargwöhnen, und in dem Punkte vertrug er nichts.

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (p. 291).  . Kindle Edition.

»Ja, er (der Minister)  ist ein Elender, eine durch und durch verdorbene Seele,« sagte er (der Fürst) langsam und jedes Wort betonend. »Aber das müssen Sie mir nicht vergessen, mein Herr – er war ein ausgezeichneter Staatsmann!«

»Wie, Durchlaucht, dieser Mann,  (der Minister)  der mit eisernem Griffe jedwede, auch die harmloseste Bestrebung nach einem höheren Aufflug im Volke niedergehalten hat?… Der Mann, der während seiner langen Wirksamkeit nicht einen Finger rühren mochte, der Not im Lande abzuhelfen? 

Der im Gegenteil der Industrie, den Einzelbestrebungen tüchtiger Köpfe stets einen Hemmschuh angelegt hat, wo er irgend konnte, aus Besorgnis, das Volk könne mit gefülltem Magen so übermütig werden, auch einmal einen Blick in die politische Küche des Staatslenkers werfen zu wollen?…

Der Mann, der die hierarchischen Gelüste zuletzt auch auf sein Regierungsprogramm geschrieben hat, weil seine Weltweisheit der gewaltigen Strömung gegenüber doch nicht mehr ausreichte?…

Er, der nicht einen Funken Religion in der Brust trägt, er hat sie an seinen Herrscherstab geknebelt:   mächtig unterstützt von einer wühlenden, herrschsüchtigen Kaste, die den Vorzug der öffentlichen Rede besitzt, hat er die Hohe, die Milde, die ein Quell des Lichtes, des Trostes, der Erquickung für die Menschenseele sein soll, zur eisernen Jungfrau gemacht, die jeden, der ihr naht, in ihren Armen unbarmherzig erstickt und erdrückt!… Gehen Euer Durchlaucht durch das Land –«

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (pp. 310-311).   Kindle Edition.

»Ich habe gebrochen mit der Welt, in der ich geboren und erzogen bin; ich lasse alles dort zurück« – sie deutete nach dem Schlosse –, »was noch vor wenigen Tagen mit dem Namen der Gräfin Sturm verkettet war: die gestohlene Erbschaft, den Geburtshochmut und alle jene sogenannten Vorrechte, die eine egoistische Kaste an sich gerissen hat…

Oh, mein Herr, ich habe einen schaudernden Blick getan in jene Welt, die sich durch Mauern und Wälle hochmütig abschließt von der übrigen Menschheit!  Ich bin bis dahin der kindischen Meinung gewesen, diese Mauern seien da, um das Reine vom Unreinen, die Tugend vom Verbrechen zu scheiden, und nun sehe ich, daß das Verbrechen draußen unter den Verachteten nicht heimischer sein kann, als hinter diesen Mauern.

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (pp. 314-315).  . Kindle Edition.

…  das brauche ich nicht zu wissen, müßte auch lügen, wenn ich sagen wollte, ich guckte gern hinter die Ränke und Schwänke der hohen Herren – man kommt selten mit heiler Haut und Seele wieder davon…

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (p. 319).  . Kindle Edition.

Die Gräfin Schliersen machte eines Tages der Braut einen Besuch im Pfarrhause und ließ den anwesenden Bräutigam mit ausgesuchter diplomatischer Feinheit merken, daß der Fürst »den ersten Industriellen« seines Landes durch das Adelsdiplom auszuzeichnen gedenke…

Mit derselben ausgesuchten Feinheit vergoldete »der starrköpfige Portugiese« seine Antwort – der bittere Kern aber, der trotz alledem geschluckt werden mußte, ließ sich nicht anders übersetzen, als:

Der also Beehrte gehöre nicht zu denen, die den Adel so lange bekämpften, als sie ihn nicht selbst besäßen. Die Neuzeit habe derartige Renegaten genug aufzuweisen, die unter dem Motto: »Nur im Interesse meiner Kinder« sich selbst wieder zu Stützen und Bausteinen einer altersmorschen Institution machten, die sie vorher bespöttelt und verlacht hatten. Er finde an seinem Namen nichts auszusetzen und wünsche ihn nicht zu verändern.

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (p. 333).  . Kindle Edition.

Er steht auf einer Art Oase im Weltgetriebe.   Draußen lauert das protestantische Papsttum und schlägt mit Ruten auf die Geister, die sich aufwärts bäumen, und hier, in seiner selbstgeschaffenen Kolonie, darf die freie Anschauung von Gott und seinem Wort ungestört die Flügel entfalten…

Draußen herrscht und regiert fort und fort der unbegrenzte Egoismus, und eine Kaste sucht der anderen auf den Nacken zu steigen; hier aber waltet die Liebe, und man erhält den unwiderleglichen Beweis, daß sich das Musterbild der Menschheit, wie es die oft verlachte Humanität anstrebt, in der Tat verwirklichen läßt.

Der Mann im Waldhause sieht glückliche, zufriedene Gesichter, wohin sein Blick sich wendet.   Das lächerliche Jagen nach Ämtern und Orden dringt nicht herein – dafür kommt das höchste Streben, das die Menschenseele erfüllen soll, das Streben nach innerer Entwicklung und Befreiung um so besser zur Geltung.

Marlitt, Eugenie (2011-04-11). Reichsgräfin Gisela (German Edition) (p. 334).  . Kindle Edition.

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Die Marlitt  war ein revolutionärer Geist während der Übergangsphase vom Feudaladel zum Bürgertum.

Lesen wir hierzu Friedrich Engels,  der heute gewiss ein wunderbarer Blogger wäre:

http://www.zeno.org/Philosophie/M/Engels,+Friedrich/%C3%9Cber+den+Verfall+des+Feudalismus+und+das+Aufkommen+der+Bourgeoisie

Aus der Bourgeoisie und dem Zunftwesen ging es weiter in die Industrialisierung, die die Engelsfamilie in Wuppertal mitgestaltet hatte.

Aus diesem Industriekapitalismus, der weitestgehend noch an Familiennamen gebunden war, wurde dann ein herzlos-kalter managergesteuerter Imperialismus, der sich global ausweitete mit all den mächtigen Institutionen wie Medien, Banken, Pharmazeutik, Agrarindustrie, Kriegsindustrie,  etc.

Alles, was in unendlich vielen Blogs mehr aus dem Bauch als aus dem Verstand  heraus kritisiert und zu Recht beschrieben wird, muss wegen der teuflischen Einflussnahme ganz rasch überwunden werden. Vom Erdboden müssen die imperialistischen Übeltäter verschwinden, die nur noch ihrer eigenen Bereicherung frönen.

Um einen neuen Ansatz (- nein, nicht die neue Weltordnung -)  zu durchdenken, muss die Menschheit ihren festen Willen zur Veränderung bekunden. Alle seelischen und geistigen Kräfte müssen moralisch-ethische Grundsätze formulieren,  die die herrschenden Cliquen in die Verachtung und Verdammung durch die 99 % treiben. 

Diese Cliquen, die nur 1 % der Welt ausmachen,  müssen ihres Einflusses enthoben werden.

Eine politische Neugestaltung ist gefordert, die die Forderung “Wir sind das Volk” in den Gesetzeswerken berücksichtigt.

Und wir müssen lernen, zurückzutreten, um uns das Gebilde politischer Unfähigkeit genau anzuschauen, wie es uns heute umgibt.  Dann sind die jungen, kräftigen und intelligenten Menschen von hoher Moral gefordert, politisch aktiv zu werden und sich niemals zur Korruption verleiten zu lassen.

Können wir uns von den jüngeren politisch tätigen Mitbürgern so eine Haltung erhoffen?

Leider waren wir von den Grünen, die mal für den Aufbruch standen, ebenso betrogen worden wie von den älteren etablierten Parteien.  Stelle ich mir machtbesoffene Typen wie Jürgen Trittin (Bilderberger), Claudia Roth, Cen Özdemir (Bilderberger und Atlantikbrücke) usw. vor, dann scheint mir, dass die auch nicht in diese moralische Erneuerung passen werden. Von anderen (Peer Steinbrück, will auch an die Macht) kennen wir deren Ergebenheit für die Bilderberg-New World Order schon lange.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Teilnehmern_an_Bilderberg-Konferenzen

Diese Teilnehmerlisten sind nicht vollständig.

Es sollen weitere Journalisten ihre Jobs verlieren, jetzt bei FTD.  Vielleicht könnten die etwas für die Fortschreibung der Gesellschaftspolitik im Zeitalter eines erneuerten Humanismus tun?  Wir brauchen diese Frauen und Männer, die im Feuer von Hartz IV gehärtet werden, um ihre Talente zur Neudefinierung einer fortschrittlichen humanitären Gesellschaft einzubringen.

Für die gefühlsduseligen oder dusseligen Leser von Hass-Bild und der Regenbogenpresse von Burda u. ä.  sind gut ausgebildete Journalisten sowieso zu schade.

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